Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit stellt sich vor
Ich bin Anselm Heiss und vertrete seit 2014 die Schulsozialarbeit in Dossenheim. Studiert habe ich Pädagogik und Soziologie an der Universität Heidelberg. Ich arbeite sowohl an der Neuberg- als auch an der Kurpfalzschule. Vor Ort an der Neubergschule bin ich montags, dienstags und freitags von 900 bis 1400 Uhr. Meine Arbeit umfasst sowohl die Beratung von Schülern als auch von Eltern und Lehrern.
Die Schulsozialarbeit verfolgt einen primär präventiven Auftrag.
So ergibts sich die Qualität der Schulsozialarbeit aus einem breiten Spektrum an Angeboten. In Dossenheim sind diese momentan:
Die Einzelfallhilfe, die soziale Gruppenarbeit, Projektarbeit - insbesondere in den Klassen, Elternarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie Netzwerkarbeit.
Zudem wurde in diesem Jahr begonnen, Viertklässler als Pausenscouts zu schulen, die dann jüngere Schüler in Konflikten unterstützen können.
Gesprächstermine bitte nach Vereinbarung.
Sie können mir bei Fragen, Kritik oder Anregungen gerne eine Email schreiben an anselm.heiss@postillion.org.
Telefonisch erreichen Sie mich unter 0176 – 120 137 06.
Weitere Infos finden Sie auch auf der Postillion Website:
http://www.postillion.org/schulsozialarbeit/index.shtml
Inhaltlicher Bericht über die Schulsozialarbeit in Dossenheim
Seit 2014 bietet Postillion e.V. die Schulsozialarbeit an den beiden Dossenheimer Grundschulen an. Bei einer Gesamtschüler*innenzahl von ca. 450 Schüler*innen beträgt der Stellenumfang momentan eine dreiviertel Stelle. Auf die Neubergschule fallen somit 15 Stunden pro Woche.
Die Anwesenheitszeiten an der Neubergschule sind Montag, Dienstag und Freitag von 9°° Uhr bis 14°° Uhr
Projekt Gewaltprävention im außerschulischen Kontext
Des Öfteren berichteten Schüler über Problemlagen auf dem Heimweg oder auf dem Weg zur Schule. Teilweise wurden Kinder von anderen Schüler*innen geärgert und bedroht, teilweise von Erwachsenen beschimpft. Um den Schüler*innen auch außerhalb der Schule Handlungsmöglichkeiten in für sie bedrohlichen Momenten oder in Gefahrensituationen aufzuzeigen, bot die Schulsozialarbeit im letzten Schuljahr ein Projekt mit dem Themengebiet der außerschulischen Gewaltprävention an. Dieses richtete sich an die vierten Klassen.Ein wichtiger Aspekt hierbei war, den Kindern zu zeigen, dass sie sehr wohl durch ihr Handeln und ihre Reaktionen Einfluss auf den Ablauf gefährlicher Situationen haben. Zudem lernten die Schüler*innen, wie sie Hilfe holen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wenn sie Klassenkamerad*innen oder Freund*innen helfen wollen. Weitere Themen dieses Projektes waren: Wo bin ich sicher, wohin renne ich bei Gefahr, wie mache ich laut auf mich und meine Not aufmerksam und wie bekomme ich Leute dazu, mir zu helfen?
Abgerundet wurde das Projekt am Ende durch Rollenspiele - hier konnten die Kinder sich in brenzligen Situationen im Spiel ausprobieren und gegenseitig beraten. Dieses Projekt kam bei Kindern, Eltern und Lehrer*innen sehr gut an und wird beibehalten.
Die Pausenscouts
Das „Pausenscout“ Projekt wird mittlerweile im dritten Jahr und an beiden Schulen angeboten, die Ausbildung der aktuellen „Pausenscoutanwärter*innen der dritten Klassen ist bereits im Februar angelaufen. Die Ausbildung findet als AG, also nicht während des regulären Unterrichtes statt. Die Schüler*innen müssen somit in jedem Fall einen Teil ihrer Freizeit für dieses Ehrenamt investieren. Als Anerkennung wird der Einsatz als Pausenscout im Zeugnis vermerkt. Eine Evaluation hat bereits statt gefunden.
Projektbeschreibung
Seit Anfang 2017 bietet in Dossenheim der Einsatz von Pausen-Scouts jüngeren Schüler*innen in den großen Pausen Hilfestellung. Ca. 20 Schüler*innen der 4. Klassenstufen übernehmen diesen Dienst für die Jüngeren. Sie sind weder Ersatz-Lehrer noch Aufpasser oder Richter, sondern sie leisten als aufmerksame Beobachter überall dort Hilfestellung, wo Streit entsteht, Lachen und Rangeleien nicht mehr als Spaß gesehen werden können und Spielregeln missachtet werden. Sie haben in ihrer Ausbildung gelernt gut zuzuhören und nachzufragen und wissen, welche Worte gegenseitiges Verstehen verhindern oder ermöglichen. Sie suchen den Kontakt zu ihren jüngeren Mitschüler*innen und helfen gegensätzliche Interessen zu klären. Dem Einsatz als Pausen-Scout geht eine intensive Schulung voraus. Hierbei lernen die Schüler*innen unter anderem Konflikte frühzeitig zu erkennen, fremde Konflikte besser zu verstehen, Sichtweisen und Perspektiven zu wechseln, Konfliktentwicklungen beurteilen zu können, sowie in Konfliktsituationen rational zu handeln.Im Rollenspiel werden am Ende der Ausbildung mögliche Konfliktsituationen durchgespielt, gefilmt und danach gemeinsam analysiert.
Ziele
Alle Schüler*innen übernehmen gerne Verantwortung – dieses Projekt zielt im Wesentlichen auf die Stärkung der Verantwortung. Aber auch Sozialkompetenz und Kommunikation sind Bereiche, in denen sich die Schüler*innen dieses Projektes einbringen und ihre Fähigkeit erweitern sollen. Die Schüler/innen erhalten Zeit und Unterstützung für ihre eigenen Lernprozesse und übernehmen immer mehr Verantwortung für ihre persönliche Entwicklung, aber auch für die Entwicklung des Schulklimas. Durch ihren Einsatz für Andere erfahren die teilnehmenden Schüler/innen, auf sich selbst und ihre Leistung stolz zu sein. Das Gefühl gebraucht zu werden und helfen zu können, aber auch die Akzeptanz durch die anderen Schüler/innen, sowie durch die Lehrkräfte, stärkt ihr Selbstwertgefühl. .
Arbeit mit den Klassen
Ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit mit den Klassen ist die Stärkung der Klassengemeinschaft und deren Teamfähigkeit. Dies wird in dieser Altersstufe in spielerischer Form, teilweise durch so genannte Kooperationsübungen erreicht. Hierbei geht es für die Klasse darum, eine gestellte Aufgabe gemeinsam zu lösen. D.h. alle Kinder müssen beteiligt sein, sonst kann bzw. ist die Aufgabe nicht gelöst. Diese Übungen verfolgen pädagogische Ziele, wie die Integration schwächerer Teilnehmer*innen, Änderung bestehender Sichtweisen (über eine Person), Vertrauensbildung, Kooperations- und Hilfsbereitschaft und damit den Erwerb sozialer Kompetenzen.
Themenbeispiele dieses Schuljahres aus der Arbeit in den Klassen sind:
- STOPP richtig einsetzen bzw. akzeptieren
- Gefühle
- Konfliktlösung erlernen durch Rollenspiele
- Rangeln & Raufen
- Freundschaft, wertschätzendes Verhalten und Kommunikation
- faires Verhalten im Pausenspiel
- kooperative Übungen im Sportunterricht
- Übungen zur Impulskontrolle (insbesondere 1. Klassen)
Unterstützung von Schüler*innen durch Einzelfallhilfe
Bei den Einzeltrainings steht eine lösungsorientierte Perspektive im Vordergrund. Sie richten sich an Schüler*innen, die durch individuelle Beratung und Schulung die Möglichkeit erhalten sollen, in für sie schwierigen Situationen gelassener zu reagieren. Die Trainings sollen zu einer ganzheitlichen Sichtweise anregen, um voreilige Schlüsse zu vermeiden und neue Lösungsmöglichkeiten aufzudecken. Dabei ist das Ziel, die vorhandenen Kompetenzen des Schülers zu stärken und auszubauen. Sie finden bei Bedarf, in Absprache mit Lehrer*innen, Schüler*innen, Eltern und Schulleitung, statt.
Im Vordergrund steht zunächst der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses, denn die Schüler*innen sollen die Trainings als Coaching und Begleitung verstehen.
Beratung durch die Schulsozialarbeit
An beiden Schulen stehen keine Vertrauenslehrer*innen zur Verfügung, deshalb übernimmt die Schulsozialarbeit gerne diesen Part; Schüler*innen können sich in jedem Fall mit jedem Problem an die Schulsozialarbeit wenden, diese werden hier vertraulich behandelt und mit Unterstützung zu lösen versucht. Als weitere Arbeitsfelder der Schulsozialarbeit seien noch die beratende Tätigkeit der Eltern sowie der Lehrer erwähnt. Die Schulsozialarbeit kann Eltern Ratschläge geben, wohin sie sich in spezifischen Problemlagen wenden können, sowie Beratung in unklaren Situationen leisten.
Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit an den Schulen
Wichtig ist der regelmäßige Austausch mit Lehrerinnen und Treffen mit der jeweiligen Schulleitung, um sich über Ergebnisse, Konzeption und zukünftige Projekte auszutauschen. Weiterhin treffen sich einmal jährlich die Schulleitung, der Schulsozialarbeiter und die Fachleitung und reflektieren die Arbeit des vergangenen Jahres und treffen Zielvereinbarungen für das darauffolgende Jahr. Dies wird seit letztem Jahr entsprechend protokolliert, so dass die Entwicklung der Schulsozialarbeit an der jeweiligen Schule erkennbar wird.